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Call-Center Arbeit – Anstrengender als man denkt

Die meisten Menschen die Call-Center hören, stellen sich eine lockere und stressfreie Arbeit vor. Dass die Arbeit alles andere als locker ist, glauben nur die Wenigsten.

Wie sieht die Arbeit eines Call-Center Agent aus?

Dasitzen und telefonieren kann jeder. Verkaufen am Telefon allerdings nicht. Die Arbeit eines Agenten wird in der Regel unterbewertet. Zum einen müssen die Agenten das Talent haben, Kunden diverse Produkte anzubieten und diese auch zu verkaufen. Zum anderen ist es wichtig, dass die Agenten negative Reaktionen der Kunden und eventuell auch Beschimpfungen nicht allzu nah an sich ranlassen. Durchhaltevermögen wird in diesem Beruf großgeschrieben. Agenten müssen sich zurückhalten, stets freundlich sein und super tolle Leistungen erbringen. Unfreundlichkeit ist in diesem Beruf nicht angebracht und kann sogar zu einer Abmahnung oder auch zu einer Kündigung führen.

Call-Center Agenten arbeiten für verschiedene Auftraggeber und bieten die unterschiedlichsten Produkte an. Darunter Versicherungen, Festnetz-und Internetverträge oder unter anderem auch Mobilfunktarife. Den Agenten wird eine bestimmte Anzahl an Datensätzen bereitgestellt, welche bis zum Ende des Monats abtelefoniert werden müssen. Da gibt es die Bestandskunden und die Neukunden, welche erst geworben werden müssen. Die Gespräche laufen in der Regel nach Gesprächsleitfäden. Mit der Zeit verwenden Agenten allerdings die eigenen Worte, um sich im Gespräch wohler zu fühlen und mehr Gewinne erzielen können. Die größte Herausforderung ist, den Kunden dazu zu bringen, auch wirklich zu zuhören und auf das Gespräch einzugehen. Das ist oft schwieriger als man denkt. Haben die Agenten den Kunden so weit, dass er sich auf das Gespräch einlässt, ist dies schon mal die halbe Miete. Orientieren müssen Agenten sich an vorgegebene Ziele und Quoten, die unbedingt eingehalten werden müssen. Das kann oft ganz schön schwer und stressig sein. Um überhaupt fit zu werden, besuchen die Agenten regelmäßig Schulungen, in denen sie auf die Projekte vorbereitet werden.

Was verdient man als Call-Center Agent?

Die Verdienstmöglichkeiten variieren sehr. Ist der Agent erfolgreich und verkauft viel, kann er auch dementsprechend Geld verdienen. Meist fängt der Stundenlohn bei 6,-€ Brutto an, was natürlich auf dem ersten Blick sehr wenig ist. Verkauft man den Monat über sehr viel, können Agenten auch schnell auf einen Stundenumsatz von 9,50€ oder mehr kommen. Natürlich spielen auch hier wieder die Quoten eine große Rolle. Es gibt allerdings auch Unternehmen, welche als Stundenlohn schon um einiges mehr zahlen.

Was für Aufstiegsmöglichkeiten gibt es als Call-Center Agent?

Tatsächlich kann man als Call-Center Agent Karriere machen. Die nächste Stufe ist der Teamleiter, der eine Gruppe von Agenten betreut, coacht und für das Unternehmen arbeitet und dies auch unterstützt. Des Weiteren gibt es die Möglichkeit, die Tätigkeit als Projektleiter anzunehmen. Dieser bewacht und leitet die Projekte, für welche die Agenten telefonieren. Auch die Stelle als Projektmanager oder gar Standortleiter ist zu erreichen, wenn man zielstrebig und erfolgsorientiert ist.

Call-Center Agenten stehen meist unter starken Druck und dürfen vieles nicht an sich ranlassen. Gute Verkäufer verstecken ihre eigenen Emotionen und fressen oft die Wut und Enttäuschung in sich rein. Ist der Tag mal miserabel, müssen die Agenten sich zusammen reißen und stets freundlich sein. Das ist schwieriger als die meisten Menschen denken und tatsächlich können das nicht viele Menschen.